Raumpatenschaften in Zofingen: Passiver Stadtrat

Raumpatenschaften in Zofingen: Passiver Stadtrat

Ziemlich genau vier Jahre nach der Einreichung des Postulats durch GLP-Einwohnerrat Anders Sjöberg zur Einführung von Raumpatenschaften hat sich der Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 14. September 2026 mit dem Postulat beschäftigt. Auf Antrag des Stadtrates wurde das Postulat vom Einwohnerrat denkbar knapp mit 20:19 Stimmen abgeschrieben. GLP Einwohnerrat Anders Sjöberg wirft dem Stadtrat Passivität vor. Der Bericht des Stadtrates ist aus Sicht der GLP ungenügend und erfüllt weder die Idee des Postulats noch die im Abfall- und Wertstoffkonzept erwähnten Massnahmen.

 

«Die Idee des Postulats war es, die Begriffe «Raumpate» und «Raumpatenschaft» in Zofingen zu etablieren, ihnen eine Bedeutung zu geben und sie in der Bevölkerung bekannt zu machen. Leider ist dies bis jetzt nicht passiert», erklärt GLP-Einwohnerrat Sjöberg. Er ergänzt, dass im Jahresbericht 2024 stehe, dass der Werkhof in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Natur und Landschaft eine Einwohnerratsvorlage ausgearbeitet habe. Leider hat es diese Vorlage nicht bis in den Einwohnerrat geschafft.
 
Sjöberg erwähnt, dass auf der Zofinger Homepage nichts zu den Raumpatenschaften steht, ausser im Abfall- und Wertstoffkonzept von 2023. Das Konzept enthält die Massnahme 5.27, das «Betreiben von Raumpatenschaften». «Â«Betreiben» bedeutet, etwas aktiv zu führen, auszuüben, voranzutreiben oder am Laufen zu halten. Die Antwort des Stadtrates auf das Postulat und der Antrag, das Postulat vorzeitig abzuschreiben, sind hingegen ein Statement der Passivität», erklärt Anders Sjöberg im Namen der GLP-Fraktion. 
 
Den Begriff «Raumpate» gibt es also in Zofingen noch nicht. Damit sind der Grundsatz des Postulats und die Massnahme im Abfall- und Wertstoffkonzept nicht erfüllt. Das Postulat der GLP wollte den Personen, die heute schon als Raumpaten agieren – zum Beispiel den LitterRittern – sowie allen anderen Raumpaten ein Gesicht geben und dadurch weitere Personen zum Mitmachen motivieren. Ganz nach dem Motto: «Tue Gutes und sprich darüber.»
 
Die Stadt müsste also definieren, was Raumpatenschaften sind, aktiv dafür werben und mehr über die Raumpaten berichten. Dies gilt übrigens für die gesamte Freiwilligenarbeit in Zofingen, nicht nur für die Raumpaten. Die GLP ist der Meinung, dass mit wenig Aufwand die Stadt Zofingen bestehende Kanäle nutzen könnte, um mehr über Personen zu berichten, die Freiwilligenarbeit leisten.